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Wie sieht es gesetzlich aus zum Thema Drohnen und Drohnenflug in Österreich?

 
Inhaltsverzeichnis: 

Gleich vorweg kann man sagen: “sehr komplex”. Wie in vielen Bereichen hinkt die Gesetzgebung auch zum Drohnenflug hoffnungslos hinterher und alle Gesetze und Gesetzestexte zum Thema spiegeln bei weitem nicht die Realität wieder. Daher gibt es nur sehr schwammige Formulierungen und mir kommt es so vor als würde sich zum Thema Drohnen sehr viel im rechtlichen Graubereich abspielen.

 

Der Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen in Österreich

Seit 2014 gibt es in Österreich ein neue Novelle zum Luftfahrtgesetz, die erstmals auch das Thema Drohnen aufgegriffen hat. Man könnte es auch als Drohnengesetz bezeichnen. Damit sollten alle rechtlichen Fragen zum Thema Fliegen mit Drohnen eindeutig und umfassend geregelt werden und hier taucht auch der Begriff ULVZ auf (Abkürzung für unbemannte Luftfahrzeuge). Diese werden im Gesetzestext je nach Größe und Zweck, für den sie eingesetzt werden, in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Und je nach Kategorie gibt es dann unterschiedliche Regelungen.

Ihr seht es wird schon recht kompliziert hier :)

Aber höflicherweise hat die Austro Control, die Behörde die auch für die (luftfahrtrechtliche) Bewilligung der Drohnen zuständig ist, es etwas einfacher erklärt.

 

Die Unterscheidung / Klassifizierung der Drohnen

Drohnen mit Sichtverbindung = Klasse 1

Hier fällt wohl ein Großteil der Hobbydrohnen hinein. Die Beschreibung / Formulierung dazu von der Austrocontrol: “Als „Drohne“ (z.B. Multikopter) ist das Gerät zu klassifizieren, wenn es gewerblich oder nicht ausschließlich zum Zwecke des Fluges selbst sondern z. B für Foto-/Filmaufnahmen betrieben wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Aufnahmen gewerblich oder privat erstellt werden oder ob die Aufnahmen an Dritte weitergegeben oder veröffentlicht werden. Für den Betrieb dieser Geräte ist eine Bewilligung von Austro Control erforderlich.”

Man könnte es so interpretieren, dass ich mit einem Quadcopter ohne Kamera herumfliegen darf wo ich will, ohne Genehmigung. Bzw. wenn ich keine Foto oder Filmaufnahmen mache, also FPV fliege ohne das Videomaterial zu speichern sollte also auch keine Genehmigung notwendig sein.

Man könnte es aber auch so interpretieren, dass immer eine Genehmigung notwendig ist sobald eine Kamera auf der Drohne ist und diese ein Videosignal “aufnimmt”.

Wichtig ist jedenfalls noch, dass bei einem Flug maximal 150m hoch geflogen werden darf und das immer eine direkte Sichtverbindung herrschen muss. Wenn man FPV fliegt, braucht man also noch eine zweite Person dabei (einen Spotter) der die Drohe mit freiem Auge beobachtet. Und in der Nähe (5km Radius) von Flughäfen darf auch nicht geflogen werden. Das Thema Datenschutz bei Videoaufnahmen ist noch mal eine ganze Komplexitätsstufe drüber und werde ich hier mal auslassen.

 

Drohnen ohne Sichtverbindung = Klasse 2

Die fallen für den Hobbypiloten mal weg, da es sich hier eher um die Militärgeräte handelt. Diese müssten auch wie ein richtiges Zivilluftfahrzeug behandelt werden und die volle Prüfung durchmachen um für den Flug eine Zulassung zu bekommen.

 

Das Gewicht der Drohne – Bewilligung notwendig? Ja oder Nein?

Aber es geht noch weiter. Nachdem man mit seinem Gerät höchstwahrscheinlich in die Klasse 1 fällt ist man wohl etwas verwirrt und weiß meist nicht ob man jetzt eine Bewilligung benötigt oder nicht. Daher gibt es noch weitere Kriterien wie das Gewicht, die eventuell helfen.

Die Spielzeugkategorie für Drohnen

Bis zu einem Gewicht von ca. 250 Gramm (bei einer maximalen Flughöhe von 30m) entwickelt die Drohne nicht mehr Bewegungsenergie als 79 Joule (bei einem Absturz) laut Austrocontrol. Daher fällt sie in die Kategorie Spielzeug und benötigt keine Bewilligung.

Wenn ihr also mit ganz kleinen Geräten übt und unterwegs seid, wie dem Cheerson CX, braucht ihr also keine Bewilligung. Aber hier drängt sich dann wieder die Frage auf, was ist wenn ich dort eine Kamera dran habe die Video aufzeichnet?

 

Die Einsatzgebiete Kategorien für Drohnen – für den Bewilligungsantrag

einsatzgebiet kategorien drohnen - austrocontrol österreich

Wenn man jetzt eine Bewilligung benötigt, muss man auch das Einsatzgebiet genau angeben. In den meisten Fällen für Hobbypiloten wird es wohl Kategorie A sein, da die Drohne < 5 kg hat und nur in dem Einsatzgebiet I = unbebauten Gebiet oder maximal unbesiedelten Gebiet geflogen wird.

Wer es ganz genau wissen will wie diese Einteilung zustande kommt. Hier gibt’s den Rechtstext.

 

Was brauche ich jetzt alles für eine Drohnen Bewilligung in Kategorie A?

  • Ausgefülltes Austrocontrol Antragsformular
  • Beschreibung des unbemannten Luftfahrzeuges (Foto-Dreiseitenansicht)
  • Betriebsgrenzen (max. Betriebsmasse, max. Bodenwind, etc.); diese Informationen sind der der jeweiligen Betriebsanleitung zu entnehmen.
  • Versicherungsbestätigung – Luftfahrzeughaftpflichtversicherungen werden von allen größeren Versicherungen angeboten (Deckungssumme mind. 750.000 SZR). -> Mein Tipp hier Air&More Versicherungspezialisten für Drohnen*.
  • Amtlicher Lichtbildausweis des/der Piloten – Mindestalter 16 Jahre
  • Antragsformular samt Anhängen an  senden
  • die Kosten für eine Bewilligung (1 Jahr) belaufen sich auf ca. €330

 

Zusammenfassung

Wie ihr seht ist das ganze also ein ziemlicher Spießrutenlauf. Mit kleinen Spielzeug Drohnen ohne Kamera kann man also daheim im Garten oder auf freiem Feld in geringer Höhe ohne Bewilligung üben (ist mal meine Interpretation dazu). Mit größeren Geräten ist man mit einer Bewilligung und Haftpflichtversicherung auf der sicheren Seite. Aber dann wird das Hobby auch gleich mal um die ca. 330€ pro Jahr für die Austrocontrol und um ca. 50-100€ für eine Haftpflichtversicherung der Drohne teurer.

 

Versicherungstipps – Haftpflichtversicherung für Drohnen

Hier noch der Link zum Blogbeitrag wo ich mich mit dem Thema Drohnen Versicherung näher beschäftigt habe und unten noch eine kleine Liste von Versicherern die mir schon untergekommen sind: